Restorative Yoga - Mehr Yin als Yang

"Nichtstun" , das wünschen wir uns doch alle ab und zu, oder?  

Aber so wirklich "Nichtstun" - wer kann das schon? 

 

Wir sind darauf gepolt ständig zu funktionieren, morgens früh aufstehen, vor der Arbeit noch sämtliche Sachen zu erledigen, nach der Arbeit geht es direkt weiter, Kinder abholen, Kochen, Wäsche machen, von einem Termin zum Nächsten rennen.  Und wenn wir dann völlig erledigt sind denken wir, wir müssten jetzt auch noch ins Fitnessstudio zu hetzen um uns dort beim Spinnig, Aerobic, Funktional Training oder anderen Kursen die Seele aus dem Leib zu schwitzen. 

Ja- wir alle kennen das! 

Mal so richtig abschalten, nichts denken, nichts tun müssen - tun wir das wirklich? Selbst mit einem Buch in der Hand oder ganz gechillt vorm Fernseher, und dann ist da noch die Spülmaschine, die eigentlich ausgeräumt werden müsste, und nächste Woche hat eine Freundin Geburtstag, da such ich doch mal schnell noch ein Geschenk im Internet... 

Also ihr merkt worauf ich hinaus will. 

Da kommt die Yoga Praxis ins Spiel, wir denken nämlich in einer Yoga Stunde können wir uns so richtig entspannen, aber gerade in der heutigen Zeit wird Yoga oftmals als "Trend" gesehen und verliert seinen ursprünglichen Charakter. Wir wollen unbedingt einen Handstand können, noch tiefer in die Rückbeugen und dann auch noch gut aussehen und natürlich am Liebsten nicht verletzen. 

 

 


 

Im Restorative Yoga geht es darum, den Körper völlig zu entspannen, loslassen, keinerlei Kraft aufzuwenden. Das bedeutet nicht, einfach nur rumzuliegen und dann vielleicht noch ein kleines Nickerchen.. nein, es meint, Spannungen im Körper und Geist lösen und die Fähigkeit der bewussten Entspannung zu kultivieren. 

Es ist also mehr eine meditative Praxis, es kann jederzeit und überall geübt werden, egal, in welcher gesundheitlichen Verfassung man sich befindet. 

 

Restorative Yoga wird gerne als Beitrag zu körperlichen und seelischen Heilungsprozessen eingesetzt, aber auch um den Körper sanft aber effizient flexibler zu machen. 

 

Es wird unter anderem eingesetzt bei: 

-Stress, Nervosität, kreisende Gedanken, Ängste 

-Hoher Blutdruck 

- Krankheiten (Krebs, Multiple Sklerose.. ) 

- Steifheit der Wirbelsäule oder Hüfte 

- Erschöpfung, Burnout, Depressionen 

- Schlafprobleme 

 

Es hilft uns zu lokalisieren wo sich im Körper sowie im Geist Spannungen befinden und diese gezielt los zu lassen, mit jedem Atemzug ein bisschen mehr. Es schafft Raum für Veränderungen, sodass die Spannungen uns nicht einschränken in unserem körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefinden.

Mit Restorative Yoga können wir auf das Parasympathische Nervensystem in unserem Körper einwirken, welches dafür da ist uns zu entspannen, uns sicher zu fühlen und Heilungsprozesse anzukurbeln. 

Es "deaktiviert"  das Sympathische Nervensystem (Zuständig für geistige und körperliche Aktivität) und zieht uns aus dem "Flight or Fight" - Modus, in dem wir  uns meistens den ganzen Tag über befinden. 

Diese Form der Entspannung ist wichtig für unsere langfristige Gesundheit, einschließlich unserer Verdauung, Ausscheidungen, Neuproduktion, Wachstum und Reparaturen und unser Immunsystem. 

 

Restorative Yoga hilft uns emotionale Blockaden zu lösen, unangenehme Gefühle aufzuarbeiten und Gedanken zu beruhigen. Platz zu um noch tiefer in uns zu schauen, uns zu Erleben und die tiefen deines Seins zu erkunden. 

 

Hier sind ein paar meiner Lieblings Restorative Poses:

 

 

Bild Nummer 1:

Supta Baddha Konasana (Hier im Bild an der Wand ausgeführt, ursprüngliche Position ist im Liegen (siehe Titelbild)) öffnet die Brust, Bauch, Becken und Leiste. Sie ist besonders Vorteilhaft für die Bauch- und Beckenorgane. Weitere Vorteile sind:

 

1. Stimuliert das Herz und verbessert allgemeine Zirkulation 

2. Senkt den Blutdruck und verringert die Herzfrequenz 

3. Stimuliert die Bauchorgane (Blase, Niere, Ovarien und Prostata- Drüsen)

4. Entlastet Symptome von Stress und leichte Depressionen, PMS und Menopause 

5. Reduziert Müdigkeit, entspannt den Geist und das zentrale Nervensystem 

6. Befreit den Energiefluss im Beckenbereich und lindert Schmerzen im Ischias 

 

und viele weitere .... 

 

Bild Nummer 2:

Viparita Karani (Kerze/ umgekehrter See) wirkt beruhigend, hormonell ausgleichend und hat den wunderbaren Nebeneffekt der Verjüngung.

Der Kopf wird besser durchblutet, die Gehirnleistung verbessert und Herz und Blutkreislauf entlastet (Rückfluss des Blutes durch Erhöhung der Beine). 

Diese Asana ist sehr hilfreich bei Depressionen oder Kopfschmerzen, da sie beruhigt und Stille und Leichtigkeit mit sich bringt. 

 

Auch wer Probleme mit Ödemen in Beinen, Füssen oder Knöcheln hat sollte diese Übung ausführen, denn auch der Rückfluss von Körperflüssigkeiten wird erhöht. 

 

Weitere Vorteile von Viparita Karani sind: 

1. Entlastung der Venen 

2. Entspannung 

3. Linderung von Schmerzen im Lendenwirbelbereich

4. Verbesserung der Sauerstoffzufuhr 

 

 

Balasana, auch Stellung des Kindes genannt, baut Stress ab und hilft bei Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

 

Sie entlastet die Augen und Nerven, das Gehirn, den Atem, den Geist, den Rücken und die Schultern.

 

Weitere Vorteile: 

1. Streckt sanft die Wirbelsäule, Oberschenkel und Knöchel 

2. Lockert den Unterbauch bei Menstruationsbeschwerden 

3. Beruhigt den Magen und die Verdauungsorgane 

4. Sehr gute Yogaübung für Anfänger 

5. Aktiviert das Ajna Chakra (Stirnchakra)

 

Vorsicht bei Knieproblemen oder Durchfall. Es gibt genügend andere Asanas zur Entspannung.

 

 

Tipp für Anfänger: 

Wenn dir die Dehnung im Rücken oder in der Hüfte anfangs zu unbequem ist, kannst du auch erst das Becken/ Gesäß ein wenig von den Fersen anheben (ggf. ein Kissen zwischen Fersen und Gesäß legen) und dann nach und nach tiefer in die Asana gehen. 

 

 

Nehmt euch mindesten 10 Minuten Zeit für jede dieser Asanas, atmet ruhig und gleichmäßig und versucht mit jedem Atemzug mehr Spannungen zu lösen. 

 

Ich wünsche euch eine erholsame und bereichernde Praxis. 

Und noch ein kleiner Tipp, besucht mal eine Yin Yoga Stunde, denn da wird genau das gemacht. Langsame, erholsame Haltungen, wenig Bewegung- viel Entspannung!

 

Namasté