Der Beckenboden - die weibliche Mitte erspüren

Die Tiefenmuskulatur des Beckens ist sehr wichtig, meistens wird ihr jedoch nicht so viel aufmerksam geschenkt wie sie verdient hätte

Durch die Aktivierung des Beckenbodens werden wir leistungsfähiger, fitter und fühlen uns wohler denn der Beckenboden ist der Schlüssel zu allen Bewegungen, zu einer guten Körperhaltung, zu Dynamik, einem stabilem Gleichgewicht und harmonischer Koordination.  

Außerdem verändert sich der Tonus der gesamten Rumpfmuskulatur:

Der Bauch wird flacher, die Oberschenkel werden geliftet, die Taille wird schmaler. Aber nicht nur die physischen Merkmale sind entscheidend. Die Beckenbodenmuskulatur hat eine enorme Wirkung auf unsere Gesundheit, Energie, Ausstrahlung und Lebensfreude. Sie ist handtellergroß und besteht aus drei Schichten und sie kann weitaus mehr als unseren Beckenausgang wirksam zu verschließen, sie verbindet die Beine mit dem Oberkörper und richtet uns auf.

 

 

Die drei Schichten des Beckenbodens 

 

Die Unabhängige 

Die äußere Beckenbodenschicht verläuft direkt unter der Hautoberfläche als eine Schlaufe in Form einer 8. Sie verbindet das Steißbein mit dem Schambein . Zwei Ringmuskeln können die Öffnungen des Körpers- den After und die Harnröhre- verschließen. 

Diese Verschlüsse können unabhängig von den beiden anderen Schichten des Beckenbodens angespannt werden. Zwischen Vagina und Anus (im sogenannten Dammpunkt) sind alle drei Schichten des Beckenbodens miteinander verbunden. 

 

Die äußere Schicht erspüren: Ziehe die Vagina und den Anus zusammen- die beiden Ringmuskeln verschließen die Öffnungen des Beckens. 

 

 

Die Unterstützerin

Diese Muskelplatte liegt über der äußeren Beckenbodenschicht und ist von beiden Seiten in das Bindegewebe eingebettet, wie ein Dreieck zwischen Sitzbeinknochen und dem Schambein. Diese Schicht dient der Stabilisierung des Beckens spielt eine wichtige Rolle für die Statik der Wirbelsäule, weshalb man einen großen Teil der Muskelfasern willkürlich steuern kann.

 

Die mittlere Schicht erspüren: Setze dich aufrecht auf einen harten Stuhl, schiebe die Finger unter dein Becken und setze dich auf deine beiden Sitzbeinknochen. Ziehe nur sanft die Sitzbeinknochen nach innen. Die Gesäßmuskulatur bleibt dabei entspannt! Die Bewegung der Knochen ist nur minimal, der Effekt der Muskulatur allerdings sehr groß. 

 

 

Die Heberin 

Wenn man sich den Beckenboden als eine Schale vorstellt, ist die innerste Muskelschicht des Beckenbodens der Boden dieser Schale, die sie fächerförmig auskleidet. 

Sie verläuft vom Kreuzbein bis zum Schambein, kann kaum unabhängig angespannt werden. 

Diese Schicht des Beckenbodens ist enorm wichtig für die Körperhaltung, die das seelische Befinden und die innere Haltung wiederspiegeln. Außerdem besitzt diese Schicht ein enormes Schwingungspotential nach oben in den Bauchraum und bodenwärts, was sich beim Singen, Sprechen und sogar beim Atmen zeigt.

 

Die innere Schicht erspüren: Setzte dich auch hierfür auf einen Stuhl, lege jeweils die Fingerspitzen einer Hand an dein Schambein und an dein Steißbein, stelle dir ein stark gespanntes Band zwischen diesen beiden Punkten vor. Lenke die Aufmerksamkeit in die Tiefe deines Beckens. Dann drücke kräftig auf die beiden Knochen und spüre, wie sich ganz sanft das Band verkürzt und sich die Spannung in der tiefsten Schicht verändert.

 

 

 

 

Das Yoni Mudra (siehe Bild), auch als Siegel der Göttin bekannt, symbolisiert die Shakti, also die weibliche Energie im Universum. Das Sanskrit-Wort Yoni bedeutet entsprechend „Schoß“, „Quelle“, „Gefäß“ und „Siegel“.

Die Finger beider Hände werden hier locker miteinander verschränkt, dann werden die Hände so nach vorne gekippt. Die Daumen werden gelöst und zeigen nach oben, die Zeigefinger werden gelöst und zeigen aufeinandergepresst nach unten – so entsteht auch bildlich ein weiblicher Schoß.

Das Mudra wirkt ausgleichend auf die zwei Gehirnhälften und fördert die Konzentration.

 

Madras sind ein wichtiger Teil der Yoga- Praxis. Es sind Gesten, die Energie lenken können. 

In diesem Blog Eintrag stelle ich euch das Yoni Mudra vor, da es wie bereits erwähnt als "Siegel der Göttin" eine wichtige Rolle für unser weibliche Mitte spielt. 

Aber es wird ganz bestimmt auch noch weitere Beiträge über die anderen ebenso wichtigen Madras geben... 

 

Im Folgenden habe ich euch ein paar Asanas rund um den Beckenboden zusammen fotografiert und erklärt: 

 

Die Schulterbrücke - zur Energetisierung 

Lege dich mit dem Rücken auf deine Yogamatte. Stelle beide Füsse hüftbreit auf. Beobachte deine Atmung. Beim nächsten Ausatmen ziehe deinen Damm nach innen oben. Ausatmend lösen. Wiederhole das zehnmal.

Aktiviere ausatmend deinen Beckenboden, hebe einatmend dein Becken und die Wirbelsäule, sodass nur noch Füße, Schultergürtel und Kopf auf der Matte liegen. Rolle ausatmend wieder Wirbel für Wirbel ab. Wiederhole diesen Bewegungsfluss noch zweimal

 

 

Die Göttin- zur Entspannung 

Von der Schulterbrücke bringe das Becken zurück zum Boden, die Füße möglichst nah an das Gesäß, lege deine Fußsohlen aneinander und lasse die Knie langsam auseinanderfallen. Um die Beine zu entlasten, kannst du dir zwei gefaltete Wolldecken unter die Knie legen. Entspanne deinen ganzen Körper und tauche mit deiner Aufmerksamkeit in deinen Beckenraum. Spüre wie sich Bauch, Taille und Innenseiten der Oberschenkel sanft dehnen. Bleibe zwei bis fünf Minuten in dieser Position. Schließe dann ganz langsam die Beine.

 

 

Das glückliche Baby- für die Balance 

Bleibe dafür in der Rückenlage, ziehe die Beine gebeugt zum Oberkörper heran, sodass die Unterschenkel senkrecht über den Knien ausgerichtet sind. Die Fußsohlen zeigen zur Decke. Fasse mit den Händen die Fußsohlen von aussen. Fußsohlen und Hände drücken gegeneinander, die Knie senken sich dadurch neben dem Brustkorb Richtung Boden. Das Becken bleibt auf der Matte. Atme im „glücklichen Baby“ tief in deinen Beckenraum hinein. Bleibe hier eine Minute. Löse dann und rolle dich langsam über eine Seite zum Sitzen auf. Spüre im Schneidersitz mit geschlossenen Augen diesen drei Übungen für den Beckenboden nach.

 

 


 

Der Beckenboden und das Sakral Chakra

 

Das Swadhistana Chakra sitzt etwa auf Höhe der Lendenwirbelsäule bzw. im Kreuzbeinbereich. Es ist das zweite der sieben Chakren und liegt damit zwischen dem Wurzelchakra (Muladhara) und dem Solarplexuschakra (Manipura). 

 

 

 

 

Hier nochmal ein kleiner Überblick über das Sakral Chakra

 

Sanskrit: Svadhisthana – Bedeutung: Süße

Lage: etwa eine Handbreit unter dem Bauchnabel

Farbe: Orange

Element: Wasser

Drüsen: Eierstöcke, Hoden

Sinn: Geschmack

Wort: ich fühle

 

Eigenschaften: Im zweiten Chakra geht es um Kreativität, Beziehungen, Fortpflanzung, tiefe Freude, Lust und Genuss – einfach Loslassen und mit dem Leben fließen.

 

Körperlicher Bezug: Alle Körpersäfte werden von hier aus beeinflusst: Blut, Lymphe, Schweiß, Verdauungssäfte, Sperma und Urin, sowie die Tränen. Hormonelle Steuerung von Eierstöcken, Keimdrüsen und Hoden.

 

Störungen: Frigidität und Impotenz, aber auch Sexsüchte können Zeichen eines beeinträchtigten Sakralchakras sein. Körperlich zeigt sich die Störung als Fettsucht (alles be-halten wollen) oder Magersucht (nichts nehmen wollen). Auf emotionaler Ebene sind Einsamkeit, Neid, Eifersucht und Trauer Symptome.

 

Bei Aktivierung: Menschen mit aktivem zweiten Chakra können sich auf andere Menschen und Meinungen einlassen, haben ein vitales Sexualleben, sind begeisterungsfähig, kreativ und lebensbejahend.

 

 

Das Chakra stärken:

 

Im Alltag: 

Den Kontakt zu Wasser suchen: viel baden, schwimmen, reichlich trinken und am Meer spazieren gehen. Kreative Tätigkeiten wie Malen und orangefarbene Einrichtungsgegenstände wirken unterstützend.

 

Im Yoga: 

Alle Asanas, die auf den Beckenraum und die untere Wirbelsäule wirken.

Bsp: Die Taube - Eka Pada Rajakapotasana, Sitzender Winkel- Upa Vistha Konasana, Katze/Kuh - Marjaryasana/ Bitilasana

 

Durch Ernährung: 

Flüssigkeiten in Form von Wasser, Kräutertees und Säften unterstützen den Reinigungsprozess. Daher mindestens täglich zwei Liter trinken.

 

Mit Düften: 

Rosmarin, Jasmin, Sandelholz, Myrrhe, Pfeffer (Pfefferminze), Vanille und Orange.